Gemeinsam gegen Antisemitismus

18. Mai 2021

Protest gegen die Schändung des Gedenksteins

In der Nacht zum 17. Mai wurde in Alt-Hohenschönhausen der Gedenkstein geschändet, der an den Standort der 1938 von den Faschisten entweihten Synagoge der dortigen Jüdischen Gemeinschaft erinnert. Entsetzte und entrüstete Anwohner und Anwohnerinnen verständigten Polizei und Bezirksamt, und bereist am späten Nachmittag trafen sich etwa 20 Bürgerinnen und Bürger zu einer symbolischen Reinigungsaktion, unter ihnen MdB Gesine Lötzsch, der Bezirksbürgermeister Michael Grunst, Mitglieder des Ortsverbandes der Partei DIE LINKE und Mitglieder der örtlichen VVN-BdA.

Einen Tag später versammelten sich auf Initiative der VVN-BdA und der Antifaschistischen Vernetzung Lichtenberg noch einmal über 100 Menschen am Gedenkstein in der Konrad-Wolf-Str., um gegen seine Schändung zu protestieren und sich beim Bezirksamt für die unverzüglich veranlasste professionelle Säuberung. zu bedanken.

Die Antifaschistische Vernetzung Lichtenberg und die VVN-BdA waren mit Wortmeldungen ebenso vertreten wie SPD, Bündnis90/Die Grünen und Die Linke. Außerdem wurden Informationen zur Geschichte der Hohenschönhausener Synagoge vermittelt, zu den aktuellen antisemitischen Vorfällen in der Bundesrepublik in den Tagen seit der Eskalation in Nahost und zu denen in Lichtenberg in den zurückliegenden Monaten.

Am 20. Mai 2021, weihte Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) gemeinsam mit Bischof Dr. Christian Stäblein von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und Kantorin Esther Hirsch von der Synagogengemeinde Sukkat Schalom, in Anwesenheit der Bezirksstadträte Kevin Hönicke (SPD) und Martin Schaefer (CDU), den Gedenkstein der ehemaligen Synagoge in der Konrad-Wolf-Straße 91 wieder ein. Kantorin Esther Hirsch sprach das Gebet „El Male Rachamim“ im Gedenken an die Opfer der Schoah. >>>

Informationen
zur Synagoge der Jüdischen Gemeinschaft Hohenschönhausen >>>