Rot.Wein.Lese

30. August 2026

Bei der ersten Rot.Wein.Lese der VVN-BdA Weißensee-Hohenschönhausen richten wir den Blick nach Italien während des Faschismus, deutscher Besatzung und den antifaschistischen Widerstand der Resistenza.

In seinem Buch „Von Henkern und Helden. Faschismus und Widerstand. Eine Sicht aus der Resistenza“ porträtiert der italienische Zeitzeuge Guido Lorenzetti in zwölf Skizzen Menschen und gesellschaftliche Gruppen, deren Geschichten von Verfolgung und Täterschaft, Mitwirkung und Widerspruch, Anpassung und Widerstand erzählen. Dabei geht es unter anderem um Industrielle und Kriegsgewinnler, den SS-Mann Kurt Gerstein, verfolgte Priester und Frauen als KZ-Aufsehe-rinnen, aber auch um Menschen, die Verfolgten halfen und Widerstand leisteten.

Lorenzetti schreibt aus einer italienischen Perspektive und stellt Fragen, die weit über die historische Rückschau hinausreichen: Wo liegen die Wurzeln des Rassismus? Welche Verbindungen bestehen zu Kolonialismus und anderen Formen rassistischer Herrschaft? Wie erinnern wir an den antifaschistischen Widerstand und warum die Auseinandersetzung bis heute politisch umkämpft ist.

Besonders persönlich wird das Buch dort, wo Lorenzetti über seinen Vater Andrea Lorenzetti schreibt. Dieser war in der italienischen Resistenza aktiv, wurde von den Faschisten verfolgt und starb im Frühjahr 1945 kurz nach seiner Befreiung aus einem Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen.

Angesichts einer erstarkenden extremen Rechten und der politischen Auseinandersetzungen um die Erinnerung an Faschismus und Widerstand in Italien wie auch in Deutschland sind die Fragen des Buches von bedrückender Aktualität.

Bei Rot.Wein.Lese wollen wir darüber lesen, sprechen und diskutieren. Kontrovers in antifaschistischer Tradition und bei einem Glas Wein.

Freitag, 04. September · ab 19 Uhr · Orankebuch, Konrad-Wolf-Straße 29, 13055 Berlin

Eintritt: frei / Spenden werden gern entgegengenommen

Hiroshima-Tag. Gedenken – Erinnern – Mahnen

1. August 2026

Am 6. August 1945 warfen die Streitkräfte der USA um 8:15 Uhr Ortszeit die erste im Krieg eingesetzte Atombombe mit dem Namen „Little Boy“ über der japanischen Stadt Hiroshima ab. Durch die Explosion starben schätzungsweise 70.000 Menschen sofort, bis Jahresende verdoppelte sich die Zahl der Opfer durch Spätfolgen und Verletzungen auf rund 140.000. Ein zweiter Abwurf folgte am 9. August um 11:02 Uhr Ortszeit auf Nagasaki. Wieder Tausende Tote. Die USA haben sich niemals offiziell für diese Atombombenabwürfe entschuldigt.

Wer im 21. Jahrhundert wieder mit dem ‚roten Knopf‘ liebäugelt, bricht nicht nur völkerrechtliche Verträge – er betreibt historische Amnesie auf Kosten unserer gesamten Sicherheit.

Dave Morgan schrieb im Gedenken an das Ungeheuerliche das Lied „Hiroshima“, das im Jahr 1970 von der britischen Rockband Wishful Thinking veröffentlicht wurde:

There′s a shadow of a man at Hiroshima
where he’d pass the noon
in a wonderland at Hiroshima
′neath the August moon

And the world remembers his face
– remembers the place was here…

Fly metal bird to Hiroshima
and away your load

Speak the magic word to Hiroshima
let the sky explode

And the world remembers his name
– remembers the flame was here…
Hiroshima

(Hiroshima, Japanese city of three hundred thousand people Ceased to exist at 9: 15 on a Monday morning While going about its business in the sunshine of a hot summer day. It vanished in a huge ball of fire and a cloud of boiling smoke Obliterated by the first atom bomb used in the history of world war terror Such is the electrifying report of the American crew of the superforce who dropped the bomb as a cataclysmic warning to the Japs to get out of war or be destroyed. Hiroshima, the whole crew agreed was blotted out but a flash more brilliant than the sun)

Da ist der Schatten eines Mannes bei Hiroshima
wo er am Mond vorbeiflog
in einem Wunderland bei Hiroshima
unterm Augustmond.

Und die Welt erinnert sich an sein Gesicht, erinnert sich der Ort war hier .

Flieg Metallvogel nach Hiroshima
und wirf deine Ladung ab!

Sag‘ das Zauberwort zu Hiroshima,
Lass‘ den Himmel explodieren!

Und die Welt erinnert sich an seinen Namen, erinnert sich die Flamme war Hiroshima …

(Hiroshima, eine japanische Stadt mit dreihundert Tausend Menschen, hörte auf zu existieren um 9.15 Uhr an einem Montagmorgen, während sie ihren Geschäften im Sonnenschein eines heißen Sommertages nachging.
Sie verschwand in einem riesigen Feuerball und einer Wolke kochendem Rauches. Ausgelöscht durch den ersten Atombomben-einsatz in der Geschichte des Kriegsterrors. Das ist der elektrisierende Bericht der amerikanischen Besatzung der Superforce, die die Bombe abwarf als eine verheerende Warnung an die Japs, aus dem Krieg auszusteigen oder zerstört zu werden.
Hiroshima, dem stimmte die gesamte Besatzung zu, wurde ausgelöscht durch einen Blitz heller als die Sonne)

Lesen heißt erinnern – im Gedenken an die Bücherverbrennungen 1933

6. Mai 2026

Das mit uns kameradschaftlich verbundene Else Jahn Kurvenkollektiv lädt zu einer Lesung in Gedenken an die Bücherverbrennung 1933 ein. Gelesen wird aus Texten von Autor*innen deren Bücher verbrannt wurden oder die auf der verbotenen Liste standen.

Montag, 11. Mai 2026 | 18:00 Uhr | OrankeBuch, Konrad-Wolf-Straße 29, 13055 Berlin.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Anmeldungen zur Lesung bitte über https://www.orankebuch.de/Lesungen/index.php/

Hinweis: Eine rollstuhlgerechte Toilette ist leider nicht vorhanden.

Arbeitskämpfe statt Krieg, sozialer Frieden statt Wehrpflicht – Gedenken an den 8. Mai

3. Mai 2026

Guido Lorenzetti, Jg. 1938, Publizist und Zeitzeuge, Vizepräsident der ANED, Leitungsmitglied der FIR, schrieb in seinem Büchlein „Von Henkern und Helden. Faschismus und Widerstand. Eine Sicht aus der Resistenza“, PapyRossa Verlag, Köln 2026

„Heute, mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Weltkriegs, scheint Europa in eine Zeit zurückzukehren, die wir für endgültig überwunden hielten: die Zeit des Faschismus an der Macht, der aggressiven Nationalismen, des Rassismus, der Vorherrschaft eines räuberischen Kapitalismus und der sozialen Ungleichheiten. Ende der 1930er Jahre führte dies zum Weltkrieg mit seinen Katastrophen und Völkermorden. Und heute?“

Das Ehrenmal in der Küstriner Straße, Alt-Hohenschönhausen

Freitag, 8. Mai | 15:00 Uhr | Sowjetisches Ehrenmal,
Küstriner Straße, 13055 Berlin

Gemeinsam mit der Ortsgruppe Alt-Hohnschönhausen der Partei Die Linke erinnern wir unter dem Motto „Arbeitskämpfe statt Krieg, sozialer Frieden statt Wehrpflicht – Gedenken an den 8. Mai“ an den 81. Jahrestag der Befreiung Europas vom Hitlerfaschismus.


Veranstaltungstermine der Lichtenberger Freundinnen und Freunde finden sich auf deren Website.


Die Erinnerung darf nie enden …

21. April 2026

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