Bei der ersten Rot.Wein.Lese der VVN-BdA Weißensee-Hohenschönhausen richten wir den Blick nach Italien während des Faschismus, deutscher Besatzung und den antifaschistischen Widerstand der Resistenza.

In seinem Buch „Von Henkern und Helden. Faschismus und Widerstand. Eine Sicht aus der Resistenza“ porträtiert der italienische Zeitzeuge Guido Lorenzetti in zwölf Skizzen Menschen und gesellschaftliche Gruppen, deren Geschichten von Verfolgung und Täterschaft, Mitwirkung und Widerspruch, Anpassung und Widerstand erzählen. Dabei geht es unter anderem um Industrielle und Kriegsgewinnler, den SS-Mann Kurt Gerstein, verfolgte Priester und Frauen als KZ-Aufsehe-rinnen, aber auch um Menschen, die Verfolgten halfen und Widerstand leisteten.
Lorenzetti schreibt aus einer italienischen Perspektive und stellt Fragen, die weit über die historische Rückschau hinausreichen: Wo liegen die Wurzeln des Rassismus? Welche Verbindungen bestehen zu Kolonialismus und anderen Formen rassistischer Herrschaft? Wie erinnern wir an den antifaschistischen Widerstand und warum die Auseinandersetzung bis heute politisch umkämpft ist.
Besonders persönlich wird das Buch dort, wo Lorenzetti über seinen Vater Andrea Lorenzetti schreibt. Dieser war in der italienischen Resistenza aktiv, wurde von den Faschisten verfolgt und starb im Frühjahr 1945 kurz nach seiner Befreiung aus einem Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen.
Angesichts einer erstarkenden extremen Rechten und der politischen Auseinandersetzungen um die Erinnerung an Faschismus und Widerstand in Italien wie auch in Deutschland sind die Fragen des Buches von bedrückender Aktualität.
Bei Rot.Wein.Lese wollen wir darüber lesen, sprechen und diskutieren. Kontrovers in antifaschistischer Tradition und bei einem Glas Wein.
Freitag, 04. September · ab 19 Uhr · Orankebuch, Konrad-Wolf-Straße 29, 13055 Berlin
Eintritt: frei / Spenden werden gern entgegengenommen
















