Für die sofortige Beendigung der Gewaltspirale im Nahen Osten

14. Mai 2021

Die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten erklärt zur Gewalteskalation im Nahen Osten:

Erneut müssen wir erleben, dass im israelisch-palästinensischen Konflikt Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung in erster Linie die Zivilbevölkerung trifft. Begonnen haben die Auseinandersetzungen vor vielen Tagen mit dem Versuch der weiteren Durchsetzung der von den Vereinten Nationen eindeutig verurteilten Siedlungspolitik, die auf eine Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung in Ost-Jerusalem hinausläuft. Mit der Behauptung von „jüdischen Eigentumsrechten“, die vor 70 Jahren in diesem Gebiet bestanden hätten, wollen nationalistische Siedler palästinensische Bewohner vertreiben. Proteste gegen Zwangsräumungen und Einschränkungen des Besuchs von islamischen Gotteshäusern beantwortete die israelische Regierung mit Repressalien. Nachdem das israelische Militär und andere Sicherheitskräfte die Eskalation in Ostjerusalem über mehrere Tage mit mehreren hundert Verletzten auf Seiten der palästinensischen Bevölkerung vorangetrieben hat, begann die Hamas mit dem Raketenbeschuss auf israelische Städte. Dies wiederum führte zu massivem Bombardement israelischer Luftstreitkräfte auf Gaza, die Zerstörung von ziviler Infrastruktur und andere Stellungen. Beide militärische Maßnahmen können das Problem nicht lösen. Wir appellieren für sofortige politische Gespräche, um die Bedrohung der Zivilbevölkerung zu beenden.

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8. Mai – Tag der Befreiung

28. April 2021

„Wir haben gesungen und geklatscht, es war eine fantastische Situation“

Esther Bejarano, Ehrenvorsitzende unserer VVN-BdA,
über den Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus

Die Landesverbände Berlin und Brandenburg rufen für den 8. und 9. Mai zu einem dezentralen Gedenken und Erinnern an den Tag der Befreiung auf, der für die Völker der Sowjetunion der Tag des Sieges ist >>>.
Es wird aber auch die eine oder andere Möglichkeit geben, unter Einhaltung der Hygienebestimmungen ein gemeinsam zu erinnern und zu gedenken und darüber nachzudenken, was das Vermächtnis der Überlebenden von Buchenwald „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!“  heute von uns fordert. Über den Newsletter des Landesverbandes seid ihr sicher bereits über die eine oder andere dieser Möglichkeiten informiert. Hinweise zu Veranstaltungen sind zu finden auf der >>> Website der Berliner VVN-BdA.

In Höhenschönhausen treffen sich Mitglieder des BdA Weißensee/Hohenschönhausen und des Ortsverbandes der Partei Die Linke am 8. Mai, 13 Uhr am Ehrenmal in der Küstriner Straße zu einem kleinen Gedenkmeeting. Und um 17 Uhr kann am gleichen Ort gemeinsam mit Vertreten des Bezirksamtes Lichtenberg und der BVV und in Anwesenheit von MdB Gesine Lötzsch an den Tag der Befreiung erinnert werden.

Für die Weißenseer Freundinnen und Freunde ist der Gedenkstein auf dem Ostseeplatz an der Grenze zwischen Weißensee und Prenzlauer Berg sicher gut erreichbar. Dort treffen sich am 8. Mai, 9:30 Uhr die Freundinnen und Freunde der BO Prenzlauer Berg zu ihrem traditionellen Gedenken, bevor an gleicher Stelle um 10 Uhr  der Bezirksbürgermeister von Pankow und der BVV-Vorsteher einen Kranz niederlegen werden. Oder ihr besucht im Laufe des Tages das Sowjetischen Ehrenmal Schönholzer Heide.

Die VVN-BdA Lichtenberg erinnert an verschieden Orten an den Tag der Befreiung >>>.

Das antifaschistische „Bündnis 8. Mai“ Pankow gedenkt am Sonnabend, 8. Mai 2021, ab 10 Uhr am sowjetischen Ehrenmal in Pankow-Buch der Befreiung durch die Alliierten >>>.
Es ruft außerdem dazu auf, sich am Sonntag, 9. Mai 2021, anlässlich des Tages des Sieges einer antifaschistischen Fahrraddemo anzuschließen, die um 12.00 Uhr am Sowjetischen Ehrenmal Schönholzer Heide startet und zum Ehrenmal in Berlin-Treptow führen wird. Weitere Informationen hier >>>.

22. April 2021 – 76 Jahre Befreiung Weißensees

14. April 2021

Am Donnerstag, 22. April 2021, erinnern wir ab 17 Uhr am „Denkmal der antifaschistischen Widerstandskämpfer“ (Berliner Allee 125) unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln an die Befreiung Weißensees vom deutschen Faschismus vor 76 Jahren.

In der Nacht vom 21. zum 22. April 1945 drangen die ersten Einheiten der Roten Armee in Berlin ein. Über Wartenberg – dem ersten befreiten Ortsteil Berlins – und Malchow, Falkenberg und Hohenschönhausen gelangten sie nach Weißensee. Die faschistischen Truppen flüchteten Richtung Innenstadt, während die Einwohnerinnen und Einwohner Weißensees weiße Tücher und Bettlaken aus ihren Fenstern hingen. Weißensee wurde als erster Berliner Stadtbezirk vom deutschen Faschismus befreit.

Es sollte noch 10 Tage dauern, bis am 2. Mai die Berliner Garnison kapitulierte und Berlin befreit war. Und erst am Abend des 8. Mai wurde in Berlin-Karlshorst die Urkunde über die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehr-macht unterzeichnet – der Krieg war aus, zumindest in Europa.
Die Menschen in den Ländern Europas feierten – anders als in Deutschland – auf den Straßen den Tag des Sieges. Damit endete, was am 1. September 1939 mit dem Überfall auf Polen begann und in den Geschichtsbüchern der 2. Weltkrieg genannt wird.

Für die Befreier Weißensees war es der Große Vaterländischen Krieg, der am 22. Juni 1941 mit dem Überfall auf die Sowjetunion begonnen hatte und 26,6 Millionen Menschen das Leben kostete: darunter 11,4 Millionen sowjetische Soldaten, von denen 8,4 Millionen durch Kampfhandlungen und drei Millionen in deutscher Kriegsgefangenschaft starben, und 15,2 Millionen sowjetische Zivilisten.

Seit vielen Jahren erinnern jüngere und ältere Antifaschistinnen und Antifaschisten jährlich an die Befreiung des Berliner Nord-Ostens in dem Bewusstsein, dass sich Geschichte wiederholen kann und es deshalb geboten ist, sich für die Bewahrung des Friedens, gegen Hochrüstung und Kriegstreiberei, für ein friedliches Zusammenleben der Menschen ohne Hass, gegen Rassismus und Antisemitismus zu engagieren.

Frauen im Widerstand – Anna Ebermann (10.02.1891 – 17.03.1944)

18. März 2021

An den 77. Jahrestag der Ermordung von Anna Ebermann erinnerten junge und ältere Antifaschistinnen und Antifaschisten vor ihrem einstigen Wohnhaus in Weißensee.

Hier ist eine Gedenktafel zu finden. Auch eine kleine Straße in Hohenschön-hausen sorgt dafür, dass ihr Name nicht vergessen wird.

In ihrem bayerischen Geburtsort Rottenbauer gab es lange keine Tafel, kein Denkmal, keine Straße. Dabei ist Anna Ebermann doch eine Rottenbaurer Ehrenbürgerin. Seit 2016 wahren in Würzburg-Rottenbauer ein Stolperstein und seit Mitte 2018 eine nach ihr benannte Straße das Andenken an eine tapfere Frau.

Hans Grundig (19.02.1901 – 11.09.1958)

19. Februar 2021

Hilfsarbeiter, Malergehilfe, Kunstgewerbeschule, Studium an der Dresdener Kunstakademie (deren Rektor er 1946 wurde), Mitglied der KPD seit 1926, Mitbegründer der „Assoziation revolutionärer bildender Künstler Deutschlands“, Antifaschist, Berufsverbot, Verhaftungen 1936 und 1938, KZ Sachsenhausen 1940, Strafbataillon der Wehrmacht, Flucht zur Roten Armee 1944, Rückkehr nach Deutschland 1946 – markante Punkte auf einem viel zu kurzen Lebensweg.

Hans und seine Frau Lea kämpften mit ihrer Kunst gegen den aufkommenden Faschismus, und auch das Berufsverbot konnte nicht verhindern, dass bleibende Kunstwerke in der Illegalität entstanden: der Zyklus „Tiere und Menschen“ (1933-1938), eine Beschreibung der Nazibarbaren, ihrer Niedertracht und Dummheit, ihrer Gewaltherrschaft und Raubgier, Tiere als Metaphern nutzend. Oder das Triptychon „Das Tausendjährige Reich“ (1935-1938), kündend von brennenden Städten und verzweifelten Menschen, die finale Katastrophe des Faschismus vorwegnehmend – eines der visionärsten Bilder des 20. Jahrhunderts.

In meiner Kunstmappe aus weit zurückliegenden Schultagen findet sich eine Reproduktion des Bildes „Den Opfern des Faschismus“ aus dem Jahr 1946, seine erste Arbeit nach der Befreiung.

Hans Grundig - Den Opfern des Faschismus - Gemälde von 1946

Nach dem Ende der DDR wurde auch sein Werk mit Füßen getreten, wird die Erinnerung an ihn unterdrückt. In Weißensee steht noch eine Gedenkstele vor einer alten Schule, die einmal seinen Namen trug. Die Schule ist heute ein alternatives Kultur-und Bildungszentrum. Es stimmt hoffnungsvoll, dass dort eine neue Generation von Antifaschistinnen und Antifaschisten aktiv ist. [ML]

Zu seinem 120. Geburtstag erinnert auch die Tageszeitung junge welt an ihn: >>> „In Verteidigung der Pferde. Der Geschichte ins Gesicht schauen“.

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