Der Aufruf zum Berliner Ostermarsch ist auf der Seite der Berliner Friedenskoordination zu finden >>>
Die VVN-BdA fordert auf den Ostermärschen, die Logik der Konfrontation zu durchbrechen und das UN-Atomwaffenverbot zu unterstützen >>>
14. April 2019
29. März 2019
Die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten hat eine Erklärung zur Europa-Wahl 2019 veröffentlicht. Ihre Mitgliedsverbände in fast allen europäischen Ländern und Israel, die Veteranen des antifaschistischen Kampes plädieren für ein Europa,
Ein solches Europa ist möglich, wenn sich die Völker aktiv und vernehmbar für ihre Interessen einsetzen.
1. März 2019
Wir laden ein zu einer Spurensuche mit dem Fahrrad
Samstag, 16. März 2019, 14 Uhr
Treffpunkt: Gedenkstein Rennbahnstraße 70 (neben Carglass®), 13086 Berlin
Junge Antifaschistinnen und Antifaschisten treffen sich an diesem Gedenkstein bereits am Freitag, 15. März 2019, 17:30 Uhr zu einer Gedenkkundgebung, mit der an die Opfer der Märzkämpfe von 1919 erinnert wird. >>>
1. März 2019
Das Freikorps Hülsen besetzte am frühen Nachmittag des 14. März das „Spartakistennest“ Weißensee. Im Vorfeld gab es gezielte Falschmeldungen über „spartakistische Batterien“ und „spartakistische Putsche“ in Weißensee. Der Belagerungszustand wurde verhängt. Er sollte bis zum 17. März andauern. Das Hauptquartier des Freikorps Hülsen befand sich im „Auguste-Viktoria-Krankenhaus“ (heute Parkklinik Weißensee) in der Schönstraße. Anschläge verkündeten, dass es der Bevölkerung verboten sei, nach 7 Uhr abends die Straße zu betreten. An vielen Straßenkreuzungen, sogar auf Balkonen der Eckhäuser, waren Kanonen und Maschinengewehre aufgestellt.
Offenbar brachte das Freikorps auch einige Gefangene mit nach Weißensee. Am 15. März, „Nachmittags um fünf Uhr“ (wie das Weißenseer Sterbebuch verzeichnet) wurden dort an einer Mauer in der Rennbahnstraße auf einem damals unbebauten Gelände zwischen Weißensee und Heinersdorf vier Menschen „standrechtlich erschossen“.
Am Ort des Geschehens (heute Rennbahnstraße 70, neben Carglass®) erinnert seit vielen Jahren ein fast vergessener Gedenkstein an die vier Erschossenen. Wann der Gedenkstein errichtet wurde ist mir nicht bekannt. Auf ihm steht – was die Kennzeichnung als Spartakuskämpfer anbetrifft historisch nicht ganz korrekt – geschrieben:
AM 15. MÄRZ 1919
WURDEN HIER DIE SPARTAKUSKÄMPFER
WILLI ARNDT
IM ALTER VON 32 JAHREN
OTTO EBERT
IM ALTER VON 31 JAHREN
ERWIN WAGNER
IM ALTER VON 19 JAHREN
PETER WAGNER
IM ALTER VON 17 JAHREN
DURCH DIE SOLDATESKA
DER KONTERREVOLUTION ERMORDET
Nach einem Bericht der bürgerlichen „Weißenseer Zeitung“ habe es sich um „vier Personen gehandelt, die in Lichtenberg als Führer des Aufstandes und als Scharfschützen ermittelt und nach Weißensee mitgenommen worden waren“. Wie wahllos die Soldateska jedoch tatsächlich vorgegangen war, ist daraus zu ersehen, dass sich unter den Erschossenen der 32-jährige einarmige Willi Arndt befand, der gar kein Gewehr halten konnte und lediglich Samariterdienst bei den aufständischen Arbeitern versehen hatte.
Der in Berlin geborene Kaufmann Willi Arndt war bereits am 9. März gefangen genommen worden. Er wohnte in der Frankfurter Allee 304 und war verheiratet mit Emilia geborene Kressin. Ein Geburtsdatum ist nicht vermerkt, nur das Alter (32 Jahre alt). Sein Vater Max Arndt war Hausverwalter, seine Mutter war eine Pauline geborene Gottschalk, beide wohnhaft in Berlin. Er war evangelischer Religion.
Der in Stettin geborene Händler Otto Ebert wohnte im Kietzer Weg 16 in Lichtenberg und war mit Charlotte geborene Felsch verheiratet. Angaben über die Eltern sind nicht bekannt. Er war evangelischer Religion. Ein Geburtsdatum ist nicht vermerkt, nur das Alter (31 Jahre alt).
Die in Lüttich geborenen Erwin und Peter Wagner waren Brüder. Sie wohnten im Kietzer Weg 15 in Lichtenberg. Ein Geburtsdatum ist wiederum nicht vermerkt, nur das Alter (19 bzw. 17 Jahre alt). Beide waren ebenfalls evangelischer Religion. Ihre Eltern Hippolyt Wagner und Mathilde geborene Herzberger wohnten ebenfalls in Lichtenberg.
18. Januar 2019
Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des KZ Auschwitz-Birkenau, des größten Vernichtungslagers der deutschen Faschisten.
Seit 1996 ist der 27. Januar in Deutschland als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag. Er erinnert an alle Opfer des Faschismus. – Die Vereinten Nationen erklärten im Jahr 2005 den 27. Januar zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.
„Der 27. Januar soll dem Gedenken an die Opfer der Ideologie vom „nordischen Herrenmenschen“ und von den „Untermenschen“ und ihrem fehlenden Existenzrecht dienen. … Ich wünsche mir, daß der
27. Januar zu einem Gedenktag des deutschen Volkes, zu einem wirklichen Tag des Gedenkens, ja des Nachdenkens wird.“
(Bundespräsident Roman Herzog am 19. Januar 1996)
Das Datum erinnert auch an das Ende der Leningrader Blockade
(8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944), die etwa 1,1 Millionen zivilen Bewohnern der Stadt das Leben kostete. Die meisten dieser Opfer verhungerten. Die Einschließung der Stadt durch die deutschen Truppen mit dem Ziel, die Leningrader Bevölkerung systematisch verhungern zu lassen, war eines der eklatantesten Kriegsverbrechen der deutschen Wehrmacht während des Krieges gegen die Sowjetunion.
Im Stadtmuseum Sankt Petersburg ist das Tagebuch von Tanja Sawitschewa (30.01.1930 – 01.07.1944) zu sehen, einer russischen Schülerin, die ein Tagebuch führte, nur wenige Zeilen umfassend, und gerade deshalb ein erschütterndes Dokument:
Bereits am Freitag, 25.01.2019, 10.00 Uhr erinnert der Lichtenberger Bezirksbürgermeister Michael Grunst an der Gedenktafel im Rathaus Lichtenberg an die Opfer.
Am Sonntag, 27.01.2019 werden Mitglieder des Bezirksamtes an verschieden Orten des Bezirkes Kränze und Gebinde niederlegen, so um
11.00 Uhr am Gedenkstein für die Jüdische Synagoge, Konrad-Wolf-Straße 92 (Gedenkveranstaltung des Ardenne-Gymnasiums), anschließend an den Gedenksteinen für russische, niederländische und belgische Zwangsarbeiter auf dem Friedhof St. Hedwig, Konrad-Wolf-Str. und an der Gedenktafel für
Dr. Victor Aronstein, Werneuchener Straße 3
Um 17.00 Uhr wird im Museum Lichtenberg (Türrschmidtstraße 24) eine Ausstellung eröffnet – „Zuflucht Hoffnung – Bilder aus dem europäischen Exil“. Die 2015 in Griechenland aufgenommenen Fotos schlagen eine Brücke zwischen den Fluchtbewegungen des 20. Jahrhunderts infolge von rassistisch und ethnisch begründeter Vertreibung und der gegenwärtigen weltweiten Migration.
Ab 18.00 Uhr am Museum dann die Lichtaktion „Erinnern für die Zukunft“. Bis zum Morgen des 28. Januar 2019 werden auf der Giebelwand des Museums die Namen von mehr als 300 ermordeten und vertriebenen Lichtenbergerinnen und Lichtenbergern jüdischen Glaubens oder jüdischer Herkunft zu lesen sein.
>>> Zur Pressemitteilung des Bezirksamtes