Der zweite Sonntag im September

1. September 2017

Als 1945 die Jahrestage der Ermordung Ernst Thälmanns, Rudolf Breitscheids und der Widerstandskämpfer des 20. Juli bevorstanden, ergriffen ehemalige politische Häftlinge die Initiative zur Begründung eines Gedenktages. Aus diesem Anlass wandte sich der Berliner »Hauptausschuss Opfer des Faschismus« am 3. August 1945 an den Oberbürgermeister Dr. Arthur Werner. Der Berliner Magistrat nahm sich dieses Anliegens an und rief erstmals für
den 9. September 1945 zum »Tag der Opfer des Faschismus« auf. Es war DER ZWEITE SONNTAG IM SEPTEMBER. Eine Tradition war begründet, nach 1989 fortgeführt mit dem Tag der Erinnerung, Mahnung und Begegnung.

Wir treffen uns am
Freitag, dem 8. September, 16.30 Uhr
zu unserem traditionellen kleinen
Gedenkmeeting am „Denkmal für die antifaschistischen Widerstandskämpfer“
am Weißensee.


Zum 160. Geburtstag Clara Zetkins am 5. Juli 2017

4. Juli 2017

Mit Clara Zetkin schloss sich eine der bekanntesten und angesehensten Persönlichkeiten der deutschen Sozialdemokratie und der II. Internationale der kommunistischen Bewegung an, bekannt als Friedensaktivistin und Frauenrechtlerin, eine Persönlichkeit, von der Friedrich Engels begeistert war und von der Franz Mehring sagte, dass „in der Kenntnis der marxistischen Theorie wenige Lebende sich mit ihr messen können und sicherlich keiner ihr darin überlegen ist“. Entsprechende Positionen nahm sie in der KPD und der Komintern ein. Sofort nach ihrem spektakulären Übertritt von der USPD zur KPD (auf dem USPD-Parteitag im März 1919) wurde sie in die Zentrale der KPD kooptiert, der sie bis Februar 1921, von August 1921 bis Februar 1924 und von März 1927 bis Juni 1929 angehörte. Vom III. Weltkongress der Kommunistischen Internationale 1921 (dem ersten, an dem sie teilnehmen konnte) bis zu ihrem Tode war sie Mitglied ihres Exekutivkomitees (EKKI), seit Bildung dessen Präsidiums auch dieses Führungsgremiums. In all diesen Jahren war ihr Gesundheitszustand immer labil bis schlecht, und mehrmals war sie dem Tode nah.

Ihr Wirken in KPD und Komintern ist nicht voneinander zu trennen. In beiden Organisationen bezog sie offen, konsequent und auf hohem Niveau Stellung zu den zentralen politischen Problemen, insbesondere dann, wenn diese strittig waren. Auf mehreren Komintern-Kongressen und KPD-Parteitagen war sie Referentin zu besonders wichtigen Themen, wie den Kampf der kommunistischen Parteien gegen Kriegsgefahr und Krieg (Erweitertes EKKI-Plenum März 1922) oder den Kampf gegen den Faschismus (Erweitertes EKKI-Plenum Juni 1923).

Die Komintern widmete der italienischen Entwicklung seit 1921 große Aufmerksamkeit. Auch die führenden Kader der KPD waren – nach dem Sieg des Faschismus – über die Situation in Italien bemerkenswert gut informiert und auch in der Lage, daraus politische Schlüsse zu ziehen – wenn man Clara Zetkin zum Maßstab nimmt. In ihrer Rede auf dem Frankfurter Anti-Faschismus-Kongress im März 1923 warnte sie vor der faschistischen Gefahr auch in anderen Ländern, insbesondere Deutschland, der damit verbundenen Gefahr eines neuen Weltkriegs, „noch umfangreicher und barbarischer“ als der erste, der Anfälligkeit auch des Proletariats für „nationalistische Losungen“. Der italienischen Sozialistischen Partei warf sie zu Recht vor, sie habe, „statt der Gewalt Gewalt entgegenzusetzen, dem Faschismus mit süßen Flötentönen und Moralpredigten beikommen“ wollen. Nun müssten in allen Ländern „Komitees aus Proletarier aller Richtungen für den planmäßigen Kampf gegen den Faschismus“ organisiert werden. Ein internationales Aktionskomitee habe die Kampagne gegen den Faschismus zu leiten.

Eine bedeutende Rolle spielte auch ihre Tätigkeit im Reichstag, dem sie von 1920 bis zu ihrem Tode ununterbrochen angehörte, in dem sie 1920 die erste kommunistische Rede hielt und den sie 1932 als Alterspräsidentin mit einem antifaschistischen Appell eröffnete.

Nach der Machtübergabe an die NSDAP unter Adolf Hitler und dem Ausschluss der KPD aus dem Reichstag emigrierte Clara Zetkin in die Sowjetunion. Dort starb sie wenig später, am 20. Juni 1933 im Alter von fast 76 Jahren. Ihre Urne wurde an der Kremlmauer in Moskau beigesetzt.

Clara-Zetkin-Denkmal Berlin-Marzahn

In Berlin-Marzahn erinnert ein Park an Clara Zetkin, in dem seit 1999/2000 auch das Denkmal seinen Platz gefunden hat, das einmal vor dem 2004 abgerissenen und schon lange vorher verwaisten Institut für Lehrerbildung „Clara Zetkin“ in Berlin-Hohenschönhausen stand und wo sich heute eine Stadtbrache befindet.

Wir brauchen einen parlamentarischen NSU-Untersuchungsausschuss auch und gerade in Berlin

26. Juni 2017

Auf einer Podiumsdiskussion „NSU-Komplex & rechter Terror“ am 20. Juni 2017 in Berlin sprachen sich Petra Pau, MdB, Obfrau der Fraktion DIE LINKE im NSU-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages, Antonia von der Behrens, Rechtsanwältin, Nebenklagevertreterin der Familie des am 4. April 2006 in Dortmund ermordeten Mehmet Kubaşik im NSU-Prozess am OLG München und Katharina König-Preuss, MdL, Obfrau der Fraktion DIE LINKE im NSU-Untersuchungsausschuss des Thüringer Landtag, einhellig für die Einsetzung eines parlamentarischen NSU-Untersuchungsausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus aus.

Es spricht alles dafür und nichts dagegen in Berlin einen Untersuchungs- ausschuss einzusetzen. Ich verstehe nicht, dass es gerade unter dieser Regierung noch keinen gibt, gerade jetzt nachdem der V-Mann Nias (alias Pinocchio, alias Stefan Lange, Blood and Honour) aufgeflogen ist. erklärte Katharina König-Preuss.

Weiß man in Berlin zu viel über das Treffen von Mundlos, Zschäpe und Jan Werner im Mai 2000 um einen Untersuchungsausschuss einzusetzen (sie sollen damals die Synagoge in der Rykestraße ausgespäht haben) fragte Antonia von der Behrens.

Das Parlament in Berlin muss sich den NSU-Bezügen nach und in Berlin zuwenden. Inzwischen hat sich so viel aufgehäuft, dass dies nur mit einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss geh, erklärte Petra Pau.

Zuvor hatte die Berliner VVN-BdA eine Petition „Berliner NSU-Untersuchungsausschuss jetzt! Besser spät als nie!“ auf den Weg gebracht.


Petition unterschreiben >>>

Lidice wird für immer ein Mahnmal bleiben!

7. Juni 2017

Vor 75 Jahren wurde der Ort durch Wehrmacht und SS zerstört

Die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten erinnert anlässlich des 75. Jahrestages an das Verbrechen der deutschen Besatzungstruppen gegen die tschechische Zivilbevölkerung.

Vor 75 Jahren, am 10. Juni 1942, ermordeten deutsche Truppen in der Tschechoslowakei in dem 500-Einwohner-Dorf Lidice rund 20 Kilometer nordwestlich von Prag die gesamte männliche Bevölkerung, deportierten die Frauen in Konzentrationslager und töteten die meisten Kinder im KZ Chelmno. Zwei Wochen später ermordeten deutsche Truppen mehr als 30 Männer in Ležáky, rund hundert Kilometer östlich von Prag.

Als Rechtfertigung für diese Massaker nannten die faschistischen Okkupanten den erfolgreichen Bombenanschlag auf Reinhard Heydrich, den Planungsbeauftragten für die „Endlösung“ der Judenfrage und höchsten NS-Funktionär im damaligen Böhmen und Mähren. In der Tat gelang es Ende Mai 1942 einer kleinen Gruppe in Großbritannien trainierter tschechoslowakischer Widerstandskämpfer direkt in Prag, diesen Verantwortlichen für zahllose Verbrechen auch gegen die tschechoslowakische Bevölkerung zu töten.

Aus Rache und als Einschüchterung wurden das Dorf Lidice vernichtet und die Männer von Ležáky erschossen. Doch dieser Terror konnte den illegalen Widerstandskampf in der ČSR nicht unterdrücken. Tschechoslowakische Antifaschisten leisteten ihren Beitrag zur Befreiung ihres Landes vom Faschismus.

Die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) erinnert an diesem Tag an die Kämpferinnen und Kämpfer gegen den Faschismus, die trotz Terror und Verfolgung ihren Mut und Kampfeswillen bewahrt haben. Wir erinnern aber auch an die breite Solidarität der Antifaschisten weltweit, die dazu beitrugen, dass Lidice niemals vergessen werden konnte.

Wir begrüßen, dass die tschechische Regierung diesen Gedenktag in würdiger Form organisiert. Als besondere Wertschätzung sehen wir die Entscheidung der slowakischen Regierung, einen der Attentäter posthum mit hohen Ehrungen auszuzeichnen. Das sind wichtige Signale gegen alle Versuche der Geschichtsfälschung: Nicht der antifaschistische Widerstand war verantwortlich für dieses Massaker, sondern die faschistische Okkupationspolitik. Keine Relativierung faschistischer Verbrechen und Rehabilitierung faschistischer Kollaborateure zulassen!

>> Gedenkstätte Lidice

8. Mai – Tag der Befreiung

4. Mai 2017

Montag, 8. Mai 2017 | 17 Uhr

Zentrale Gedenkveranstaltung und Kranzniederlegung am Ehrenmal in der Küstriner Straße durch das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung

Denkmal in der Küstriner Straße

Ansprache zum Gedenken an die Befreiung vom Faschismus durch den Bezirksbürgermeister Michael Grunst


Das Deutsch-Russische Museum Karlshorst erinnert mit einem Museumsfest am 8.Mai an das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa
(10 – 24 Uhr). Dazu gehört um 22.00 Uhr der traditionelle Toast auf den Frieden.

Die VVN-BdA Lichtenberg erinnert hier mit einer eigenen Veranstaltung am Panzer vor dem Museum an den Tag der Befreiung (15.00 Uhr)

Und: Neonazis provozieren nun schon zum wiederholten Male am 8. Mai in unmittelbarer Nähe des Ortes der Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation des faschistischen Deutschland mit einer Hetzkundgebung unter dem Motto „Wir trauern um unsere deutschen Gefallenen beider Weltkriege“ (16 -17 Uhr). Das Bündnis für Demokratie und Toleranz Lichtenberg ruft zu Protest auf und hat zwei Gegenveranstaltungen angemeldet.

Es wird Zeit, dass Das Deutsch-Russische Museum endlich in die Liste der Orte aufgenommen wird, in deren Umfeld rechte Aufmärsche grundsätzlich verboten sind.


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